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Bedürfnisse, Sehnsüchte und Ziele statt Lähmung und Verzweiflung


Wenn eine langjährige Beziehung endet, die Trennung unabwendbar geworden ist, steht unweigerlich ein Umbruch bevor. Insbesondere wenn dieser Umbruch als aufgezwungen erlebt wird, stellt sich die Frage, wie daraus ein selbst gestalteter Aufbruch werden kann. Wie aus der oft als solche empfundenen Opferrolle herauskommen?

Im „Opfer“-Gefühl liegt eine große Verführung, nämlich selbst zum „Täter“ zu werden. Aber nicht hinsichtlich der Gestaltung des eigenen Lebens, was ein konstruktiver Umgang mit dem Täter-Bedürfnis wäre. Nein, die Verführung liegt darin, Täter gegen den früheren Partner zu werden. Die schon in der Beziehung aber erst recht durch die Trennung erlittenen Verletzungen schreien in den Momenten der tiefsten Verzweiflung oft genug nach Rache. Die Energien, die jetzt noch am leichtesten freigesetzt werden können, drängen zum Kampf gegen den langjährigen Partner. In diesen Augenblicken ist es schwer, selbst zu erkennen, dass dadurch die Verletzungen nur noch schlimmer werden, man sich oft in eine Spirale hinein bewegt, aus der es bald keinen Ausweg mehr gibt. Wo es kein Zurück mehr zu geben scheint, macht man automatisch „mehr desselben“. Und das heißt: noch mehr Wunden und noch größere Verzweiflung.

Der einzige Weg, der dauerhaft Aussicht auf Zufriedenheit verspricht, ist es also, Täter in eigener Sache zu werden. Welche früheren Ziele, Sehnsüchte und Bedürfnisse sind auf der Strecke, sind unerfüllt geblieben? Was lässt sich gerade jetzt vielleicht doch noch leben? Was lässt sich wiederbeleben? Oder anders gefragt: Inwiefern steckt sogar in dieser - oft als existenziell empfundenen - Krise der Keim für eine Chance, die es in dem bisherigen Lebensentwurf nicht mehr gegeben hat.

Falls Sie Unterstützung dabei brauchen, neue Ziele zu definieren (oder alte wiederzuentdecken) und alle noch verfügbaren Energien dafür freizusetzen, sich diesen Schritt für Schritt anzunähern, helfe ich Ihnen gerne.

Krise ist ein produktiver Zustand! Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

 

 

(Max Frisch)