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Stress, Ängste, Leere und Überforderung

Woran erkennen Sie, dass nicht mehr viel fehlt, bevor Sie innerlich und kräftemäßig ausgebrannt sind? Nehmen Sie rechtzeitig die körperlichen Warnzeichen wahr, die Ausdruck seelischer Beschwerden sein können?

 

Menschen gehen zwar sehr unterschiedlich mit akuten oder dauerhaften Belastungssituationen um, aber es gibt charakteristische Symptome für den so genannten „Burn-out“,  der früher als „Erschöpfungs-Depression“ bezeichnet wurde. Ich möchte Ihnen die vier wichtigsten kurz vorstellen:

 

Stress

Stress ist zunächst mal nicht anders als ein körperlicher Zustand, dem die meisten Lebewesen ihr Überleben verdanken. In bedrohlichen Situationen sorgt der Körper dafür, dass er optimal auf die möglicherweise lebensentscheidende Frage „Kampf oder Flucht“ eingestellt ist. Bestimmte Körperfunktionen werden aktiviert, andere heruntergefahren. Dies ist jedoch nur solange gesund, wie zwischen den einzelnen Stressreaktionen genügend viele und genügend lange Ruhepausen sind. In unserer heutigen Zeit der permanenten Reizüberflutung sowie ständig neuer oder steigender Anforderungen, gerät der Körper viel zu oft in Stressalarm. Es fehlen die Ruhephasen, damit sich körperliches und damit auch seelisches Gleichgewicht wieder einstellen können. Die Folgen: Schlafstörungen, Reizbarkeit, ständige Nervosität und Angespanntheit sowie kaum beherrschbare Fluchtinstinkte in Belastungssituationen.

 

Ängste

Ängste begleiten uns ein Leben lang. Sie tauchen situationsabhängig auf und hindern uns sogar manch-mal daran, Dinge zu tun, die nicht gut für uns sind. Die Ängste, um die es hier aber geht, sind in erster Linie Existenzängste, Verlustängste oder soziale Ängste. Diese Ängste können so stark werden, dass sie zu einer permanenten Dauerbelastung führen und unsere Lebensenergie nachhaltig beeinträchtigen. In der Folge verlieren wir das Zutrauen in die Fähigkeit, unser Leben zu meistern, oder fühlen uns schnell kritisiert und zurückgewiesen. Ängste neigen dazu, irgendwann chronisch zu werden, und veranlassen die Betroffenen zunehmend dazu, sich als Opfer der Umstände oder anderer Menschen zu sehen.

 

Leere

Die meisten Menschen, die häufig an einem Gefühl innerer Leere leiden, erkennt man an ihrem Reizhunger. Da Leere-Empfindungen meistens auch mit innerer Orientierungslosigkeit einhergehen, sucht man Ablenkung im Außen. Lange Zeit war das Fernsehen das beliebteste mediale „Betäubungsmittel“, es wird aber zunehmend vom Internet abgelöst. Hier finden sich - gerade in den sozialen Netzwerken - genügend Möglichkeiten, immer wieder neue Informationen und Kontaktreize zu bekommen, so dass man permanent von seiner inneren Befindlichkeit abgelenkt wird. Innere Leere ist auch ein wichtiger Auslöser für Suchtverhalten. Dabei kommen zu den klassischen Suchtstoffen wie Alkohol, Zigaretten oder Medikamente zunehmend Verhaltenssüchte hinzu.

 

Überforderung

Treten mindestens zwei der vorgenannten drei Symptome gemeinsam auf, dauert es meist nicht lang bis ein Zustand der Überforderung eintritt. Dieser drückt sich durch ein Gefühl zunehmender Ohnmacht und Hilflosigkeit aus, die erste wichtige Warnsignale vor einem drohenden Burn-out sind. Leere ist deswegen ein ernst zu nehmender Überforderungs-Faktor, weil die mit ihr verbundene Orientierungslosigkeit zu Entschlussschwäche führt. Da der innere Kompass fehlt, werden auch dringende Entscheidungen immer weiter vor her sich geschoben. Je höher der Berg an unerledigten Themen sich dann auftürmt, desto überforderter fühlt man sich.

 

Falls Sie sich in einigen der oben beschriebenen Symptome wieder erkennen und Ihre innere Stimme Ihnen sagt, dass Sie alleine nicht mehr die Kraft für dringend notwendige Veränderungen aufbringen, freue ich mich auf Ihren Anruf.

Krise ist ein produktiver Zustand! Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

 

 

(Max Frisch)